By Anna Daniel

Faith ist derzeit ein vielbeachtetes Thema in Öffentlichkeit und Forschung. Obgleich die religiöse Landschaft äußerst vielfältig ist und faith in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen eine Rolle spielt, bleiben die religionssoziologischen Betrachtungen der letzten Jahre aufgrund verschiedener definitorischer, theoretischer und narrativer Engführungen vergleichsweise eindimensional.
Mithilfe eines postkolonialen Analyseansatzes untersucht Anna Daniel aus diesem Grund die Grenzziehungen des religionssoziologischen Diskurses und eröffnet in Anschluss an ein verflechtungsgeschichtliches Kulturverständnis einen neuen Analysezugang auf faith, der sowohl der Heterogenität als auch der Hybridität religiöser Praktiken gerecht werden kann.

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Auch das hegemoniale Religionsverständnis wurde aus unterschiedlicher Perspektive in dieser Hinsicht diskutiert. 16 22:09 D AS ANALYTISCHE P OTENTIAL DER P OSTCOLONIAL S TUDIES | 37 Diskurs. Den dritten Anknüpfungspunkt bietet das spezifische Kulturverständnis der Postcolonial Studies. Neben den Arbeiten Homi Bhabhas soll hier zudem das Kulturverständnis Stuart Halls in den Fokus gerückt werden. Am religionssoziologischen Diskurs scheint der cultural turn, den der sozialwissenschaftliche Diskurs nicht zuletzt durch Cultural- und Postcolonial Studies vollzogen hat, mehr oder weniger spurlos vorbeigegangen zu sein.

Dadurch werde das Subjekt als sich selbst entfremdet aufgefasst. Entfremdet, im Sinne eines Gespalten-Seins in das Subjekt der Aussage (Sujet de l’énonciation) und Subjekt des Ausgesagten (sujet de l’énoncé), welchem durch das Sprechen der Anderen andere Wünsche, Hoffnungen etc. auferlegt werden. In diesem Sinne hält Lacan fest „das Begehren des Menschen ist das Begehren der Anderen“ (Lacan 1996: 165). 16 22:09 D AS ANALYTISCHE P OTENTIAL DER P OSTCOLONIAL S TUDIES | 33 unüberwindbar aufgefasst.

Neben Fragen der Repräsentation befasst sie sich mit neokolonialen wirtschaftlichen Zusammenhängen und interessiert sich insbesondere für die marginalisierten Positionen subalterner Frauen. Westliche feministische Strömungen kritisierend, bezweifelt sie die Möglichkeit einer ‚globalen Schwesternschaft‘ und zeigt auf, dass die Interessenlagen aufgrund differenter materieller Rahmenbedingungen ganz unterschiedlich ausfallen und nicht selten sogar in Konflikt treten (vgl. Spivak 1994: 84). An Derrida anknüpfend möchte sie gerade diese ‚machtvollen Bezeichnungen‘ (masterwords, Spivak 1990: 104), welche die unterschiedlichsten Lebenserfahrungen unter einem Begriff – in diesem Falle die Frauen – subsumieren und Differenzen somit zum Schweigen bringen, dekonstruieren.

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