By Stephan Pabst

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V. Ralph Dutli, Zürich 1996, S. 166. , Werke in zehn Bänden, Bd. 3. Poeme, hg. v. Leonhard Kossuth, Frankfurt a. M. 1980, S. 119. 24 Stephan Pabst Fällen geht es nicht um die tatsächliche Geheimhaltung des Namens – Majakowski ist bei Erscheinen seines Poems als Autor längst in aller Munde –, sondern um die Anonymisierung als Form der Beglaubigung. Die Vernichtung des Autors bewahrheitet den Text. Der Zusammenhang zwischen Anonymität und Autorschaft reißt also im 20. 75 Er wird fast ausschließlich auf dem Gebiet der Programmatik hergestellt.

Allgemeine Literatur-Zeitung Nr. 345/1798, S. 404. Christoph Martin Wieland, »Vorrede des Herausgebers«, in: Der Teutsche Merkur, 1. , 1. Heft, Weimar 1773, S. 14f. Die vier »Paradigmen« der Anonymität, die Zelle für das 18. Jahrhundert benennt – den Schutz des Autors, die Nivellierung sozialer Hierarchien, die Ermöglichung autoritätsloser Kommunikation und die Ermöglichung offener Kritik –, beleuchten alle aus unterschiedlichen Perspektiven den Zusammenhang zwischen dem persönlichen Schutz und Kritik.

Auf dieser romantischen Programmatik der Anonymität beruht nicht zuletzt die Plausibilität, die lange Zeit das Gerücht genoss, Heines Loreley sei im Dritten Reich kulturpolitisch bewusst anonymisiert worden und habe in Schulbücher und Anthologien nur noch mit dem Zusatz ›Verfasser unbekannt‹ Eingang gefunden. Anja Oesterhelt kann in diesem Band auf der bislang breitesten Quellengrundlage zeigen, dass dieses Gerücht falsch ist. Weil man die vermeinte Anonymisierung aber als perverse Sanktionierung des Heine-Textes als Volkspoesie im Sinne der Romantik deutete, schien das Gerücht jahrzehntelang einer historischen Überprüfung nicht zu bedürfen.

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